Donnerstag, 21. November 2013

[30] Erinnerungen - A.J. Uwarowskij || Otto Böhtlingk und Jakutien

Als wir auf zwei kleine Kös den Berg erreicht hatten, trafen wir viele Reisende versammelt  an. Diese Leute erzählten, dass der Schnee auf diesem beschwerlichen Berge 13 Spannen hoch läge und dass, es demnach auf keiner Weise möglich wäre, auf diesen Berg zu gelangen. Sobald ich hier angekommen war, brachten unsere Leute von allen den mit Pferdekoppeln versehenen Leuten gegen 10 Pferde und 10 Rennthiere zusammen, führten, mit Schneeschuhen versehen, diese unbeladen und brachen den Schnee des beschwerlichen Berges.

Am anderen Morgen stiegen wir alle mit der grössten Anstrengungen über jenen Berg. Am ersten Mai gelangten wir zum Udskoi’schen Jahrmarkt.

Nachdem ich an diesem Versammmlungsorte den Jasak eingesammelt und andere kaiserliche Aufträge beendigt, sowie die Kräfte der Pferde, die bis zur Erschöpfung heruntergekommen waren, hergestellt hatte, reisten wir in den ersten Tagen Juni’s nach Udskoi ab, die von uns gekauften Rennthiere, deren etwa 10 waren, nach uns führend.

Von dem Versammlungsort am Utschur bis Udskoi sind ungefähr 50 Kös, wegen der Beschwerlichkeit der Gegend werden dieselben aber zu 70 Kös gerechnet.

Der Reisende lässt sich beständig aus einem Strom in den anderen, aus einem Flusse in den anderen hinab, und erhebt sich von einem Berg auf den anderen.

Da es Regenzeit war, setzten wir über die Flüsse, indem wir die Thiere zum Schwimmen antrieben; viele Flüsse pasirten wir mit Hilfe eines von uns gezimmerten Prahms, Die Beschaffenheit dieser Gegend sind entweder spitze Steine oder bodenloser, nie trocknender Koth.

Wenn ein Pferd in diesen Koth fällt, steht es nicht wieder auf. Unsere 17 Pferde stürzten mit ihrem Gepäck sammt und sonders. Die Wegweiser, bis an den Gürtel in diesem Koth watend, schleppten alles Gepäck der Pferde bei einem Stück und legten es an einer trockenen Stelle auf einander; hierauf machten sie die Sachen, die, infolge des Umsichschlagens der Pferde im Koth, zerbrochen und zerissen waren, wieder zurecht und beluden die Pferde etwa 20 Schritte von diesem Ort gegangen, so fielen sie von Neuem, und die Wegweiser erfuhren abermals die früheren Mühen. 

 Quelle Text: Otto Böhtling und Jakutien, Hartmann Kästner, Seite 30 -  Leipziger Universitätsverlag
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  O.N. Böhtlingk     A.Th.v.Middendorff
  Über die Sprache der Jakuten
  Sacha-Jakutien  

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