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Donnerstag, 3. Oktober 2013
Tiksi - Jakutien - Yakutia
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Mittwoch, 2. Oktober 2013
Shigansk - Jakutien - Yakutia
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[14] Erinnerungen - A.J. Uwarowskij || Otto Böhtlingk und Jakutien
Die Bewohner von Shigansk sind Tungusen, an Zahl bis 500 Menschen. Diese Leute gehen der Jagd nach, indem sie auf einem Umkreise von mehr als 200 Kös das Schneemeer durchwaten. Was die Namen ihrer Jagd anbetrifft, so sind es: das wilde Rennthier, der Schwarzfuchs, der Zobel, der Fuchs mit dunkelfarbiger Kehle, der Rothfuchs, der Eisfuchs, das Eichhörnchen, das Hermelin, der schwarze Bär, der weisse Bär (Eisbär) und das theure Thierhorn, aus dem Kamme gemacht werden Mammuthszähne).
Ein Land, es sei welches es wolle, pflegt nicht alles Schönes zu entbehren: während der zwei Sommermonate ungefähr geht die Sonne nicht unter; ein Mensch, der nicht daran gewöhnt ist, findet nicht die Zeit, da er sich schlafen legen konnte.
Die ganze Gegend von Shigansk hat seines Gleichen nicht, was Flussfischer anbetrifft, sowohl in Bezug auf Menge als auch auf Vorzüglichkeit: Salmo Nelma, Weissfleisch, Stör, Sterlet, Tschir, Muksun, Omul, Salmo Lavaretus und andere kleine Fische mit mannigfachen Namen werden in unzählbarer Menge gefangen.
Diese schöne Fische gehen scheinbar ohne Nutzen verloren und zwar aus zwei Umständen: aus Mangel an Salz, und, dann, weil sich das Volk so daran gewöhnt hat. Der Tunguse gräbt an der Stelle, wo er den Fisch fängt, eine ungefähr einen Faden tiefe Grube. Die Wände dieser Grube bedeckt er mit Rinde, auf dem Boden breitet er gleichfalls Rinde aus. Nachdem er die Eingeweide und die Knochen entfernt hat, legt er die von ihm gefangenen Fisch gedrängt voll in diese Grube.
Ein Land, es sei welches es wolle, pflegt nicht alles Schönes zu entbehren: während der zwei Sommermonate ungefähr geht die Sonne nicht unter; ein Mensch, der nicht daran gewöhnt ist, findet nicht die Zeit, da er sich schlafen legen konnte.
Die ganze Gegend von Shigansk hat seines Gleichen nicht, was Flussfischer anbetrifft, sowohl in Bezug auf Menge als auch auf Vorzüglichkeit: Salmo Nelma, Weissfleisch, Stör, Sterlet, Tschir, Muksun, Omul, Salmo Lavaretus und andere kleine Fische mit mannigfachen Namen werden in unzählbarer Menge gefangen.
Diese schöne Fische gehen scheinbar ohne Nutzen verloren und zwar aus zwei Umständen: aus Mangel an Salz, und, dann, weil sich das Volk so daran gewöhnt hat. Der Tunguse gräbt an der Stelle, wo er den Fisch fängt, eine ungefähr einen Faden tiefe Grube. Die Wände dieser Grube bedeckt er mit Rinde, auf dem Boden breitet er gleichfalls Rinde aus. Nachdem er die Eingeweide und die Knochen entfernt hat, legt er die von ihm gefangenen Fisch gedrängt voll in diese Grube.
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Dienstag, 1. Oktober 2013
[13] Erinnerungen - A.J. Uwarowskij || Otto Böhtlingk und Jakutien
Denselben Sommer, ich erinnere mich nicht nach Verlauf wie
vieler Monate, holten von Jakutsk gekommene Soldaten und Kosaken die Räuber in
einer Entfernung von 70 Kös von Shigansk ein. Diese Ergaben sich nicht in Gute,
sondern schlugen sich herum; in Folge dessen tödteten die Soldaten die grössere
Hölfte derselben, die am Leben gebliebenen brachten sie nach Jakutsk.
Von dem geraubten Gute kam nur sehr weniges zum Vorschein:
das Uebrige hatten sie verfaulen lassen und auf diese und jene Weise
verschleudert.
Die Gegend von Shigansk entbehrt für den Blick des Menschen
jeglicher Schönheit und Mannigfaltigkeit. Die Physiognomie und der Charakter
des Landes dieser Art: eine zwischen zwei Bergen befindliche Enge, rundherum
dichtes Gehölz, in dem die Schnauze eines Hundes nicht Raum findet; sobald du
ungefähr zehn Schritte in dieses Gehölz machst, wirst du an die Kniee in kothigem
weichen Grunde versinken. Von Beeren finden sich nur Preiselbeeren, schwarze
Ratuschbeeren (Empetrum), rothe Johannesbeere, Steinbeeren und Hagebutten.
Die Zeit, da der Winter wüthet, wahrt acht Monate; in diesen
acht Monaten fällt die warme Kleidung nicht von den Schultern des Menschen.
Zwei Monate vertheilen sich auf Frühling und Herbst, für den armen Sommer
bleiben vom runden Jahr mit genauer Noth nur zwei Monate nach.
Quelle Text: -Otto Böhtling und Jakutien, Hartmann Kästner, Seite 7 - Leipziger Universitätsverlag
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Montag, 30. September 2013
[11] Erinnerungen - A.J. Uwarowskij || Otto Böhtlingk und Jakutien
Glück und Unglück gehen in einer
Reihe mit dem Menschen.
Sprichwort
Korn und Mehr, wenn es gemahlen wird.
Sprichwort
Nach Aufhebung dieser Stadt kehrte mein Vater nach Jakutsk zurück: ich war damals vier oder fünf Jahre alt. In diesem Alter erinnert sich das Kind Weniges, dessen ungeachtet ist in meinem Gedächtnis geblieben, wie mein Vater acht bis neun Monate im Jahr auf fernen Reisen zubrachte, ein hübsches Theil Mühen auf seine Schultern nehmend; wie ich mit meiner Mutter weinte, mich langweilend und ihn nicht erwartend könnend, wie ich zweimal gestorben wäre: einmal, als ich längs eines Baumes über einen Fluss ging und in’s Wasser fiel; das andere Mal, als ich im Hause eines Jakuten in einen Kessel fiel, in dem Futter für die Hunde kochte.
Endlich dieses (ist mir im Gedächtniss geblieben). Als sich eines Tages im Sommer früh am Morgen aufgestanden war, erschrak ich mich zu Tode vor einem furchtbaren Räuber von wildem Aussehen, der im Hause am Eingang, ein geladenes Gewehr haltend, stand. Später erfuhr ich, dass er als Wache hingestellt worden war, damit nicht seine Gefährten aus Versehen unser Gut raubten.
Er war der Gefährte von 14 bis 15 entlaufenen Spitzbuben, Sie alle waren aus dem Orte in Ochotsk wo das Salz gekocht wird, entlaufen, hatten unterwegs das Gepäck von vielen Kaufleuten geraubt, sich längs des Aldan in die Lena hinabgelassen und waren so zu Schiff nach Shigansk gekommen. Als sie hier in der Nacht angelangend, die Soldaten und Kosaken schlafend antrafen, banden sie deren Hände und Füsse, machten sie darauf so betrunken, dass sie der Besinnung beraubten, streckten sie ins Arresthaus und schlossen sie dort ein. Sie selbst theilten sich in mehreren Partien und raubten die Güter der ganzen Stadt.
Denselben Tag, ungefähr zu der Zeit, wann die Tagesmelkung der Kühe (zwischen 9 und 10) vor sich geht, versammelten sie sich alle, nachdem sie den Raub vollbracht hatten, in unserem Haus.
Quelle: Text -Otto Böhtling und Jakutien, Hartmann Kästner, Seite 5 - Leipziger Universitätsverlag
● Über die Sprache der Jakuten
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● Sacha-Jakutien
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